Wenn der Seminarraum zum antiliberalen Resonanzraum wird: Zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus

Im ersten Teil des Seminars steht – neben einer kurzen Zielklärung – der strukturierte Erfahrungsaustausch zwischen Seminarleitung und Teilnehmenden im Zentrum. Gesammelt und systematisiert werden konkrete Erfahrungen mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Narrativen im Alltag sowie im Kontext universitärer Lehre. Ziel ist es, typische Situationen, Unsicherheiten und Konfliktkonstellationen sichtbar zu machen und analytisch einzuordnen. Dieser Abschnitt ist dialogisch angelegt und dient zugleich der Bedarfsklärung.
Im anschließenden Impulsvortrag erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über zentrale Akteur*innen und Netzwerke der Neuen Rechten in Deutschland. Auf Grundlage ausgewählter Medienoutputs aus dem Umfeld des ehemaligen Instituts für Staatspolitik sowie der Alternative für Deutschland und ihres Vorfelds werden Denkstrukturen, strategische Kommunikationsformen sowie das ideologische Dispositiv der Neuen Rechten analysiert. Thematisiert werden ideologische Kernkonzepte, deren Varianz sowie symbolische Verdichtungen und metapolitische Strategien. Ziel dieses Teils ist es, eine analytische Grundorientierung hinsichtlich Relevanz, Zielsetzung und innerer Differenzierungen neurechter Weltanschauungen zu vermitteln. Das Format umfasst einen etwa einstündigen Vortrag mit anschließender Fragerunde.
Im darauf aufbauenden Impulsvortrag werden die Erkenntnisse aus dem vorangegangenen Vortrag aufgegriffen und systematisch korrespondierenden Diskursstrategien zugeordnet, die entsprechende Denkstrukturen und ideologische Dispositive in die Mitte der Gesellschaft tragen. Anhand ausgewählter Fallbeispiele und Videos werden diese Diskursstrategien und rhetorischen Mittel anschaulich gemacht. Auf dieser Basis werden anschließend die zugrundeliegenden sozialpsychologischen Mechanismen erläutert, die zugleich Ansatzpunkte für liberal-demokratische Interventionen aufzeigen. Der Block schließt mit grundlegenden Einsichten zu Überzeugung und Argumentation auf Basis sozialpsychologischer Erkenntnisse und bereitet damit den Boden für den interaktiven Workshop am Nachmittag. Das Format umfasst einen etwa einstündigen Vortrag mit anschließender Fragerunde.
Der dritte Teil des Seminars ist als interaktiver Workshop konzipiert. Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen an konkreten Diskurssituationen. Diese orientieren sich sowohl an alltäglichen Konfrontationen als auch an hochschulspezifischen Lehr- und Seminarsituationen. Die Gruppen analysieren die jeweiligen Fallbeispiele im Hinblick auf ideologische Strukturmerkmale, argumentative Strategien und kommunikative Dynamiken und entwickeln darauf aufbauend mögliche Reaktions- und Interventionsstrategien. Die Arbeitsphase wird durch eine moderierte Auswertung im Plenum ergänzt, in der unterschiedliche Lösungsansätze diskutiert und reflektiert werden. Ziel ist die Entwicklung argumentativer Sicherheit sowie professioneller Handlungsoptionen im Lehrkontext.

Der Abschluss des Seminars dient der gemeinsamen Reflexion der Inhalte, der kritischen Rückmeldung zum Format sowie der Klärung weiterführender Vertiefungs- und Fortbildungsbedarfe. Erwartet werden kann eine analytisch fundierte Auseinandersetzung mit neurechten Denkstrukturen und Diskursstrategien sowie die Erarbeitung konkreter Handlungsstrategien für den Umgang mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Interventionen im universitären Raum.


Inhaltliche Stichpunkte:

  • Einblick in Akteursnetzwerke, Ideologie und Denkstrukturen der Neuen Rechten
  • Diskursstrategien und sozialpsychologische Hintergründe
  • Argumentationstraining und Handlungsstrategien im Umgang mit rechtsextremen und rechtspopulistischen Diskursen 


Lernziele des Seminars:
Die Teilnehmenden arbeiten im Rahmen des Seminars an folgenden Kompetenzen: 

  • Die Teilnehmenden sollen zeitgenössische Mobilisierung der Neuen Rechten Begrifflich analysieren können.
  • Die Teilnehmenden sollen ein Verständnis über die zeitgenössischen Akteure, Netzwerke und Denkstrukturen der Neuen Rechten entwickeln. Darüber hinaus sollen die Teilnehmenden Wissen über die ideologische Varianz der Neuen Rechten Mobilisierung erlangen.
  • Die Teilnehmenden sollen ein Verständnis über die zeitgenössischen Diskursstrategien der Neuen Rechten sowie des Rechtspopulismus entwickeln. Darüber hinaus sollen die Teilnehmenden sozialpsychologische Hintergründe jener Strategien verstehen.
  • Die Teilnehmenden sollen das erworbene Wissen in verschiedenen Gesprächssituationen selbstständig anwenden.


Referenten: 

Dr. Sascha Ruppert-Karakas ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie des Geschwister-Scholl-Instituts für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie wissenschaftlicher Referent am Bayerischen Landtag. Konkrete Arbeitserfahrung in der Wissensvermittlung kann er durch mehrjährige Lehrerfahrung, seine Mitarbeit im interdisziplinären Forschungsprojekt „For Democracy: Die Zukunft der Demokratie“ sowie durch seine Tätigkeit als Workshopdozent im Umgang mit antiliberalen Ideologien belegen. Seine empirischen Forschungsbereiche umfassen den Autoritarismus in Syrien, Putins Russland sowie die Ideologie der Neuen Rechten im Umfeld des sogenannten Instituts für Staatspolitik und der Alternative für Deutschland.
Dr. Stefan Matern ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und akademischer Rat auf Zeit am Lehrstuhl für Politische Theorie des Geschwister-Scholl-Instituts für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine praktische Erfahrung in der Wissensvermittlung umfasst die Durchführung interaktiver Workshops sowie Lehrerfahrung zu Rechtspopulismus, liberaler Demokratie und der Neuen Rechten. Ergänzt wird dies durch interdisziplinäre Arbeit mit der Sozialpsychologie zu Opfernarrativen und zu den psychologischen Stabilitätsbedingungen liberaler Demokratie, die gleichermaßen seine empirischen Forschungsschwerpunkte darstellen.


Wegen Krankheit verschoben.

University: Universität Bayreuth
Seminar host: Dr. Sascha Ruppert-Karakas, Dr. Stefan Matern
Seminar ID: ZHL SS26 36S Populismus
Location:
In Präsenz am ZHL der Universität Bayreuth, Bürocenter Bayreuth Süd, Haus 4, Raum 4.2.12-13
Universitätsstraße 30, Bayreuth
Dieses Seminar findet in PRÄSENZ statt.
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barrier-free access
Dates: 08.05.2026 , 09:00 - 16:15 Uhr
Costs:

The following attendance fees apply:

  • Für Teilnehmende mit einer Vollzeitstelle (75% bis 100% Arbeitszeit), 35 €
  • Für Teilnehmende mit einer Teilzeitstelle (bis einschl. 74,9% Arbeitszeit), 21 €
  • Lehrende anderer Hochschulen oder Einrichtungen können an diesem Angebot leider nicht teilnehmen. , 700 €
  • Alle Lehrenden der Uni Bayreuth können einmalig einen Gutschein / Voucher einlösen. Damit ist der Kurs dann kostenfrei!, 0 €

Available slots: 12 slots, thereof 12 available
Stufe: Basic and advanced level
Credible hours: Area A with 4 operation units
Area B with 3 operation units
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