Unverpixelter Hass – Rechtsextreme Instrumentalisierung von Gaming
Videospiele sind aus dem gesellschaftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Mehr als die Hälfte der Deutschen spielt regelmäßig auf dem PC, der Konsole oder auf dem Smartphone. Neben vielen positiven Aspekten spiegeln sich in der Gaming-Kultur jedoch auch gesellschaftliche Probleme wider: Eine laute Minderheit rechtsextremer Akteur*innen versucht gezielt, Gaming-Räume für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Es werden eigene Propagandaspiele entwickelt, antisemitische Modifikationen gebaut oder Vernetzungsangebote auf Gaming-Plattformen wie Steam geschaffen. Und in Gaming Diskursen erzeugen sogenannte Brückenideologien, etwa Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Antisemitismus, Anschlussfähigkeit an breitere gesellschaftliche Milieus, ohne als rechtsextrem in Erscheinung zu treten.
Der Workshop „Unverpixelter Hass“ zeigt, wie sowohl offen Rechtsextreme, als auch Akteur*innen mit menschenfeindlichen Anschlussideologien gezielt auf Gaming-Plattformen auftreten. Anhand konkretere Beispiele wird gemeinsam erarbeitet, welche Strategien, Narrative und Feindbilder diese Gruppen nutzen und Parallelen zur politischen Strategie außerhalb von Gaming-Kontexten aufgezeigt.
Anhand von Beispielszenarien diskutieren und reflektieren die Teilnehmenden gemeinsam, wie sie selbst Online oder im Lehralltag mit toxischen Äußerungen umgehen können und erhalten hierfür Handlungsempfehlungen. Für Menschen mit wenig Gaming-Bezug beginnt der Workshop mit einem Quiz zur gesellschaftlichen Relevanz von Gaming-Kultur und einem einführenden Blick auf ihre positiven Potentiale.
Inhaltliche Stichpunkte:
- Gaming als gesellschaftlich relevanter Raum: Potentiale und Problemfelder
- Ziele, Narrative und Feindbilder rechtsextremer und anschlussfähiger Akteur*innen in Gaming-Kontexten
- Parallelen zu rechtspopulistischen Strategien im breiteren gesellschaftlichen Diskurs
- Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit problematischen Äußerungen im Online- und Bildungskontext
Lernziele des Seminars:
Die Teilnehmenden arbeiten im Rahmen des Seminars an folgenden Kompetenzen/nach dem Workshop können die Teilnehmenden:
- Durch das einführende Quiz können die Teilnehmenden die gesellschaftliche Relevanz von Gaming und Hintergründe für die Omnipräsenz toxischer Kommunikation in Gaming-Kontexten in eigenen Worten ausdrücken.
- In einem Input lernen die Teilnehmenden, typische Strategien und Narrative rechtsextremer Instrumentalisierung aus Gaming-Kontexten erkennen und einzuordnen.
- In einer gemeinsamen Gruppenarbeit lernen sie anhand konkreter Beispiele Kommunikationsmuster, Feindbilder und Akteur*innen zu analysieren und voneinander abzugrenzen.
- Dabei lernen sie ebenfalls die analysierten Muster auf Diskurse außerhalb des Gaming-Kontexts zu übertragen.
- In einem Positionierungsspiel können die die Teilnehmenden unterschiedliche Reaktionsmöglichkeiten auf problematische Aussagen im digitalen Raum und im pädagogischen Alltag reflektieren und begründet Stellung nehmen.
- Basierend darauf sind sie in der Lage, diese beispielhaften Reaktionsmöglichkeiten für ihre eigenen Kontexte weiterzuentwickeln.
Spezifizierung der Zielgruppe:
Der Workshop richtet sich vornehmlich an die Mitarbeitenden aus dem Fachbereich der Medienwissenschaft. Es ist möglich, ihn thematisch für Mitarbeitende thematisch verwandter Fachbereiche (Kultur-, Sozial-, Politikwissenschaften) zu öffnen. Eigene Vorerfahrung und Bezüge zum Thema Gaming sind hilfreich aber nicht notwendig.
Der Referent:
Severin Schwalb arbeitet seit 2024 als Bildungsreferent im Projekt „Good Gaming Support“ der Amadeu Antonio Stiftung. Dafür analysiert er Diskurse im Gaming und auf gamingnahen Plattformen an der Schnittstelle zwischen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Er studierte Medienwissenschaft in Bayreuth und Marburg.
| Universität: | Universität Bayreuth |
|---|---|
| Seminarleitung: | Severin Schwalb |
| Seminar ID: | ZHL WS2627 24S gamingrechts |
| Ort: |
ZHL der Universität Bayreuth
Nürnbergerstr. 38, Bayreuth Dieses Seminar findet in Präsenz an der Universität Bayreuth statt. Außenstelle Bürocenter Bayreuth Süd, Zapf Haus 4, Raum 4.2.12-13. Anreise: https://www.zhl.uni-bayreuth.de/de/anfahrt/index.html Auf Google Maps anzeigen |
| Termine: |
15.10.2026
, 09:00 - 13:00 Uhr
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| Kosten: |
Es fallen folgende Teilnahmegebühren an:
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| Verfügbare Plätze: | 12 Plätze, davon 11 frei |
| Stufe: | Grund- und Aufbaustufe |
| Anrechenbare Stunden: |
Bereich A mit 5 Arbeitseinheiten |
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